Desiree Auf Reisen

Hier koennt ihr sehen, wo ich gerade bin, lesen was ich zu sagen habe und mir dann viele mails schreiben.

04 November, 2006

Schneefloeckchen, Weissroeckchen…..es weihnachtet!

Um 12:00 verlassen wir Varna (Bulgarien;schw.Meer). Rauf auf die Landstrasse Richtung Eistanbul. 10 Stunden spaeter erreichen wir die Grenze zur Tuerkei.

Mitten aus dem nebeligem Nichts auf irgendeinem Berg wachsen kleine, haessliche Grenzhaeuschen und Schranken….

Ein bisschen mulmig ist mir zumute, da ich bei der Einreise keinen bulgarischen Stempel bekommen habe, ein grimmig schauender Grenzwaechter nimmt unsere Paesse entgegen, und schaut skeptisch in den Bus. Wie immer viel Wind um nichts, ich glaube dieses Wichtigmachen gehoert zu dem Leben eines Grenzwaechters, wie die Schere zum Frisoer. Nach einer oberflaechlichen Pseudoinspektion des Vans, koennen wir mit einem fluechtigem Laecheln weiterfahren.

Naechste Station: tuerkischer Zoll, Einreise, Visum…..alles kein Problem, wieder misstrauische Blicke, grosse Gesten, einmal durch den Pass gewuehlt, Foto verglichen, weht dir eine kleine Brise ins Gesicht und dein Pass erscheint wieder mit einem neuen Stempel in einer fremden Hand vor deinen Augen. Was wir nicht wussten, John braucht ein Visum fuer die Einreise. Auf zum naechsten Schalter. Dort sitzt ein freundlicher Mann, zack Aufkleber in Johns Passport, 29 tuerkische Lire! Aeh 29 tuerkische Lire??? Okay….wo ist der Kreditkartenautomat????? Was es gibt keinen??? Da standen wir nun, keine Einreise ohne Visum, ohne Cash kein Visum! Mitten in der Pampa. Das letzte Dorf lag ungefaehr 1Std. Autofahrt entfernt. Zurueck ins Auto, wir durchsuchen alles Taschen die wir haben, nehmen jeden auslaendischen Groschen , den wir finden koennen. Mit einer proppenvollen Hand von allem moeglichen Silbergeld gehen wir zurueck zum Schalter. 9 Euro(16 tuerk. Lire) koennen wir aus dem Mischmasch kramen. Fehlen noch 13 Lire. Ich habe noch einige rumaenische Scheine, doch diese warden nicht akzeptiert. Also wieder zurueck ins Auto, zurueck zur bulgarischen Seite, mit einem wuetenden Grenzwaertermaennchen, errinnert ein wenig an das HB-Maennchen. Scheint ein Problem zu sein wieder umkehren zu duerfen. Nach einigen Telefonaten des HB-Maennchens muessen wir den Bus dort stehen lassen und uns zu Fuss auf den Weg machen. In diesem Moment erspaehe ich ein rumaenisches Auto, schnelle dorthin, winke, und stehe laechelnd und frierend vor dem Wagen. Die Scheibe faehrt runter und ein freundliches Gesicht blickt mir entgegen. Ich frage, den Mann, ob er nach Rumaenien faehrt und ob er tuerkische Lire habe, die er gegen rumaenische Lei tauschen will. Nein, leider hat er alle Lire ausgegeben, ich frage nach Euros, nein hat er auch nicht, er habe nur US-Dollar. Perfekt. Ja, nehme ich auch. Dollar kann man umtauschen. Glueck gehabt, die 10 Dollar reichen genau aus, um das Visum zu bezahlen. Ein Stein faellt uns vom Herzen. Reibungslos stempeln uns etwas freundlichere Grenzwaerter alle notwendige Papiere ab. Yes! Noch eine Kontrolle, wir muessen warten, sie wuerden gerade essen….Okay, 10 min. spaeter haben wir auch diese Pruefung bestanden und koennen unsere Reise auf tuerkischen Boden fortsetzen.

Ca. 2 entspannte Stunden spaeter, zeigt die Benzinnadel auf fast zero. Weit und breit keine Tankstelle in Sicht. Hm, wenig spaeter erblicke ich eine auf der anderen Seite der Autobahn. Also, naechste Abfahrt raus und rauf auf die andere Seite, hae, was ist das. Oh nein, eine Autobahngebuehren! Wieder kein Cash inne Taesch, mussen wir unsere Paesse fuer 2 Euro 50 vor Ort lassen. Schnell zur naechsten Tanke. Auto voll getankt, wollen wir mit Karte bezahlen und schnell ins naechste Dort zum Bankautomaten um unsere Paesse abzuholen….so leider war es aber leider nicht. An der Tankstelle wurden alle 5 Kreditkarten von John und mir abgelehnt. Nach viel kopfschuetteln, jedoch mit einem freundlichen Laecheln, muss ich als Pfand in der Tankstelle bleiben. John faehrt ins Dorf.

Hm, verlegene Stille, die 3 Tankwaerter grinsen mich an. Und schon bald ist das Eis gebrochen. 3 min. spaeter sitze ich mit einem tuerkischem Tee und einem tuerkisch-englischen Woerterbuch in der Hand an ihrem Tisch. Irgendwie unterhaelt man sich, ohne zu wissen, was der andere eigentlich meint….dann wird mir doch glatt Eau de Cologne auf die Haende gegeben. Ein tuerkisches Begruessungsritual, das ich nur zu gut kenne. Begann doch unser Theaterstueck genau mit dieser Geste.

Nach langem Warten kommt John endlich strahlendmit Cash in der Hand zurueck. Wieder gerettet. Kurz darauf erreichen wir Istanbul. Eine Traumstadt. Ich habe noch nicht viel gesehen, bin aber total beeindruckt und laechelnde Gesichter und hupende Autos haben uns freundlich empfangen. Ich bin froh hier zu sein, auch wenn es wider aller Erwartungen schneit…